WAS WIRD AUS ÄGYPTEN?
3 MART 2011
Kann das Militär als wichtigstes Element des Regimes, Ägypten, welches geostrategisch im Herzen des Nahen Ostens liegt die Freiheit bringen? Wird in Ägypten ein Generations- oder ein Regimewechsel stattfinden? Man kann die Anzahl der Fragen noch steigern. Es ist jedoch bekannt, dass es keine Ideologie gibt, auch wenn die Protestbewegung, welche die Regierung gestürzt hat, durch demokratischen Gedanken motiviert ist. Außerdem sind die Themenbereiche, die ein Hindernis für die Demokratie darstellen, unverändert geblieben. Gegen alle Aufrufe des Militärs, führen die Arbeiter ihren eingeleiteten Streik, um mehr Lohn zu fordern, weiter. Dem Banken-, Verkehrs-, Erziehungs-, Öl- und Medienwessen stehen schwere Tage zuvor. Die Bedenken gegen Muhammed Tantavi, der an der Spitze des Militärs ist, welche die Führung übernommen hat, werden immer mehr.
Ägypten befindet sich geografisch, politisch und strategisch auf einem anderen Pfad. Es ist schwer, schon jetzt eine Einschätzung über die Themen wie Israel und der Friedensprozess, der immer Stärker werdende Iran, der USA-Einfluss im Nahen Osten, die Ausbreitung der anti-westlichen, militanten Islamismus und die Zukunft von 80 Millionen Ägyptern zu machen. Ägypten befindet sich bei der Bekämpfung der al-Qaida und den anderen terroristischen Organisationen in einer Schlüsselposition. Die USA sieht in Palästina die Hamas, im Libanon die Hisbollah und in Ägypten die Muslimbrüder als Gefahr im Horizont stehen. Deswegen haben die Muslimbrüder vermieden, sich bei den Protestbewegungen in den Vordergrund zu stellen. Da keine vertrauensvolle Umfrage und keine freie Wahl durchgeführt wurden, ist die politische Fähigkeit der Organisation im ganzen Sinne nicht bekannt.
In Ägypten gibt es viel Armut und das Ausbildungsniveau ist sehr niedrig, aber die Ausgebildeten sind hochqualifiziert. Ägypten ist ein Land, das sein durchschnittliches Prokopfeinkommen von 2 tausend US-Dollar hat und 40 % davon für Nahrungsmittel ausgibt. Zu den Gründen des Aufstandes im Land zählen die steigenden Lebensmittelpreise und die Inflation. Das Volk ist überdrüssig von den steigenden Preisen, der Arbeitslosigkeit und vom repressiven Regime. Die Einwohnerzahl steigt jährlich um 2 %. Zwei drittel der Bevölkerung ist unter 30 Jahren. Rund 40 % der Bevölkerung lebt mit einer täglichen Ausgabe von unter 2 US-Dollar. Die Verbraucherpreise des letzten Jahres in Ägypten sind 10 % gestiegen. Und die Preiserhöhung bei den Nahrungsmitteln war 16 %. Mit anderen Worten nährte sich der Aufstand in Ägypten auch von den Nahrungsmitteln.
Die Vorfälle in Ägypten breiteten auch Schockwellen nach Israel aus. Denn auch in Israel gibt es Erhöhungen in den Treibstoff- und Lebensmittelpreise wie in den arabischen Nachbarstaaten. Die Mehrheit der Bevölkerung beschwert sich über die hohen Steuern. Die Gewerkschaften in Israel haben angefangen, mit Streik zu drohen. So könnte es an einem Tag zu einem Wutausbruch kommen. Es darf nicht vergessen werden, dass ein Teil des heutigen Wohlstandes Israels von seinen Beziehungen zu Ägypten abhängt. Auf der anderen Seite glaubt die israelische Regierung, auch wenn die Demokratie an die Macht kommen sollte, dass Ägypten seinen eigenen Diktator in sich schaffen würde. Trotz dieser Entwicklungen wird jedoch keine Veränderungen bei den strategisch wichtigen Politiken, wie das bewahren des Friedensabkommens zwischen Ägypten und Israel erwartet.
Zurzeit erhofft jeder in Ägypten, dass ein Wunder geschieht und sich alles auf einmal verändert. Es ist eine positive Entwicklung, dass die Generäle versprochen haben, dass innerhalb von sechs Monaten eine zivile Regierung gegründet wird. Deswegen beobachtet das Volk mit großem Interesse die Entwicklungen im Bezug auf die transparente Wahl, die Stärkung der NGOs, den Machterwerb durch demokratische Wege und die Verbreitung der Medieneinrichtungen. Auf der anderen Seite fordert die Weltöffentlichkeit, dass in Ägypten ein milder Übergang zur Demokratie stattfindet, die Lebensbedingungen des armen Volkes verbessert werden und die Länder in der Region eine aktive Rolle in Ägypten übernehmen. Sonst könnte sich die ägyptische Jugend, die das Einhalten der versprochenen Zusagen fordert, wieder in Bewegung setzen.
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