ZWEI EREIGNISSE, ZWEI HALTUNGEN
19 ŞUBAT 2009
Der Sprecher der griechisch zypriotischen Regierung Stephanos Stephanu, sagte, sie würden die Aussagen von Atilla Olgaç über „die Tötung von zehn griechischen Zyprioten während der Besetzung Zyperns durch die Türkei“ zusammen mit dem Antrag zu den vermissten Personen bewerten und im Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EHRC) eine Klage einreichen. Olli Rehn der für die EU Ausdehnung verantwortlich ist, hat diese „als einen deutlichen Verstoß gegen die Genfer Konvention und als eine tragische historische Schande“ bezeichnet. Der griechische Regierungssprecher Evangelos ANTONAROS sagte, die Internationale Öffentlichkeit sehe alles sehr deutlich und werde alles Nötige unternehmen um diese Sache zu verfolgen. Inzwischen ist die griechische Presse hinter Olgaç her. Gut und was wird in der Türkei unternommen? Nach der Erklärung von Olgac in einer TV Sendung, wonach “er 1974 bei einer Friedensoperation einen Gefangenen und 10 griechische Zyprioten getötet habe“, lies der Staatsanwalt von Bakirköy Ali Cakir eine Ermittlung einleiten. Da diese Handlung nicht direkt im türkischen Strafgesetzbuch aufgeführt ist, wurde diese Ermittlung im Rahmen der Genfer Kriegskonvention, welche auch die Türkei unterzeichnet hat, eingeleitet. In diesem Zusammenhang werden die Aufnahmen der TV Sendung mit Olgac wiederholt überprüft. Er wird vernommen, woraufhin die Untersuchungsakte vom Referat zuständig für Internationales Recht im Justiz Ministerium an das Genfer Kriegsverbrechertribunal eingereicht werden. Nachdem das Genfer Kriegsverbrechentribunal die Akte von Olgac überprüft und eine Straftat feststellt hat, wurde gegen ihn ein Prozess eingeleitet.
Ich glaube nicht, dass jemand einen Einwand dagegen haben wird. Andererseits möchte ich Euch an eine andere Geschichte erinnern. Diesen Vorfall erfahren wir wieder über eine Meldung aus den Medien. Die Hürriyet berichtet von der Nachricht der Politis Zeitung. Ich zitiere wortwörtlich.
„Die griechisch zypriotische Zeitung Politis fand heraus, dass die EOKA-B Banden 1974 in den türkisch besiedelten Dörfern die Frauen vergewaltigt und hinterher zusammen mit ihren Kindern ermordet haben. Nach zwei griechisch zypriotischen Augenzeugen haben die Banden zuerst die Männer in den Dörfern gefangen genommen und nach Warusia abgeschleppt. Damit es keine Zeugen für die Vergewaltigungen und Ermordungen gibt, haben sie die Frauen und Kinder getötet.
Es kam heraus, dass 1974 in Zypern die griechisch zypriotischen Mitglieder der EOKA-B Organisation, die Frauen in drei türkisch besiedelten Dörfern bei Famagusta, tagelang vergewaltigt haben. Als der Vormarsch der türkischen Armee bekannt wurde, wurden diese Frauen zusammen mit ihren Kindern ermordet, um keine Spuren und lebendige Zeugen zu hinterlassen. Die griechisch zypriotische Zeitung Politis hat nach den Angaben von zwei griechischen Zyprioten, - wobei ihre Namen nicht bekannt gegeben wurden, die sich aber zu einer Aussage bereit erklärt haben, sollten sie in einem Gericht vorstellig werden-, die unbekannten Seiten des Massakers vom 14. August 1974 in den Dörfern Sandallar, Atlılar und Muratağa enthüllt. Die zwei griechischen Zyprioten haben folgende haarsträubende Ausführungen gemacht: „…etwa 40 junge Mitglieder der EOKA-Bande war anderweitig beschäftigt als sich am Kampf zu beteiligen. Sie haben in den drei türkischen Dörfern die Männer gefangen genommen und nach Warusia verfrachtet. Die Frauen, die in einer Schule zusammengeführt wurden, durften in ihre Häuser zurück. Anschliessend gingen sie in die türkischen Dörfer und haben anfangs Tiere gestohlen. Das hat sie jedoch nicht befriedigt und sie sind in die Häuser eingedrungen, um Goldschmuck zu stehlen und Frauen zu belästigen. Danach begannen sie die Frauen und Mädchen zu vergewaltigen. In den Teehäusern des Dorfes erzahlten sie davon, als hätten sie eine gute Tat vollbracht. Den Frauen die sich gewährt haben, hat man eine Pistole an die Schläfe gehalten. Die Vergewaltigungen haben sich nächtelang hingezogen. Der einzige türkische Mann, den die EOKA-B Mitglieder nicht in das Gefangenenlager gesteckt haben, war der Besitzer des Teehauses, der sie darüber unterrichtet hatte. Als er sich ihnen widersetzt hatte, wurde der türkische Teehaus Besitzer auch umgebracht. (Sein Mörder ist der später verstorbene F.K)
Als am 14. August bei Sonnenaufgang die Nachricht über den Vormarsch der Türken nach Maras bekannt wurde, wussten die griechisch zypriotischen Männer nicht, was sie tun sollten. Sie haben sich versammelt und beschlossen ihre Mordtaten zu vertuschen. Es sollten keine Spuren und keine Zeugen hinterlassen werden. Sie haben die Frauen und Kinder unter dem Vorwand sie unter Schutz zu bringen mit einem Bus nach Famagusta abtransportiert. Die Busse hielten jedoch an einen abgelegen Ort und die Frauen und Kinder wurden ermordet.“
Die zwei griechisch zypriotischen Zeugen haben auch die Namen von einigen griechisch Zyprioten genannt, die an dem Massaker in den türkischen Dörfern beteiligt waren. „Einer der Mörder ist (P.Z) ein Mönch aus Aynoroz. Ein Anderer (G.K) ist ein Kemptner und lebt in einem Dorf in der Nähe von Limasol, ein Dritter ist (M.S) ein Cousin von einem hochrangigen EOKA-B Verantwortlichen.“
Weder das griechische Parlament in Süd Zypern hat diese Angelegenheit debattiert und griechische Regierungssprecher erklärt, sie würden diese Frage überprüfen, noch haben EU Zuständige von einer historischen Schande geredet. Ganz im Gegenteil, der Erzbischof Hrisostomos II. hat seine Wut auf die griechisch zypriotische Zeitung Politis ausgelassen und hat die Zeitung damit beschuldigt den Türken zu dienen.
Und was hat die griechische Presse damals gemacht, die jetzt hinter Atilla Olgac her ist? Was wird mit dem griechisch zypriotischen Schriftsteller Tony Angastiniotis, der in seinem Buch „Die Stimmen des Blutes“ den Massaker an den zypriotischen Türken in Muratağa, Sandallar und Atlılar erzählt und die Verurteilung der lebenden Mörder fordert? Es würde niemanden überraschen, wenn die Antwort darauf eine Publikations-Embargo lauten würde?
Zwei Ereignisse, zwei verschiedene Standpunkte. Wieso ist die Haltung aller Behörden und Einrichtungen in zwei verschiedenen Ländern dermaßen unterschiedlich? Was ist der Grund für die doppelte Moral der EU? Warum konnten wir diesen Vorfall weder unserer eigenen Öffentlichkeit noch der internationalen Öffentlichkeit übermitteln? Werden P.Z, G.K., M.S durch das Genfer Kriegsverbrechertribunal verurteilt werden? Wer sonst wird diese Sache verfolgen, wenn nicht Griechenland, die griechisch zypriotische Regierung und die EU? Wir machen irgendwo einen Fehler.
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